Aus und vorbei

Der Senf von Steffi Alltagsgschichtn Kommentar hinzufügen

Schluss, aus, vorbei. Lange wollt ich es nicht wahrhaben, hab es verdrängt, so getan als würd ich es nicht merken. Doch es führt kein Weg daran vorbei. Es ist aus, endgültig, da bin ich mir sicher. Ein wenig traurig macht es mich schon, dass er geht. Aber ich weiß, er wird wiederkommen, ganz bestimmt. Spätestens im nächsten Jahr.

Die Rede ist nicht von meinem Verflossenen, sondern von einem, den wir glaub ich alle ganz gern haben: den Sommer. Heute Morgen hab ich den ersten gelb-rot gefärbten Laubbaum gesehen und da wurde mir schlagartig klar, dass er sich nun langsam aber sicher von uns verabschiedet. Zumindest hier im Pustertal.

Wie es diesbezüglich im restlichen Land und auch über die Grenzen hinaus aussieht, kann man mit einem ganz einfachen und eindeutigen Test prüfen. Treffen nämlich mehr als drei der folgenden Punkte zu, habt ihr Gewissheit, dass auch bei euch der Herbst im Anmarsch ist.

Der Sommer ist so gut wie vorbei:

  • wenn du dich ohne Probleme im Maisfeld verstecken oder verlaufen kannst, weil dich die Pflanzen um einiges überragen und wenn die Kartoffeläcker nur noch leere, trockene, braune Staubwüsten sind;
  • wenn es wieder leckeren Zwetschgenkuchen gibt, den man gegen von allen Seiten angreifende Wespenschwärme verteidigen muss;
  • wenn du morgens wieder zweimal überlegen musst, ob du Schuhe oder Sandalen, Pullover oder Jacke, kurze oder lange Hosen anziehen sollst;
  • wenn das Wäsche-Zusammenlegen ewig dauert, weil wieder ganz viele Socken in der Wäsche landen;
  • wenn Schulbücher und Hefte auf magische Art und Weise verschwinden (“Ich würd ja gerne lernen und wiederholen, aber ich kann mein Mathe-Buch einfach nicht finden…”);
  • wenn überall Werbungen für Törggele-Orgien äh -Abende zu finden sind, genauso wie die ersten Angebote für Weihnachtsmarktfahrten und Adventssingen in München und Salzburg;
  • wenn der Unterlandler ins Pustertal kommt, um die besten neue Kartoffeln zu holen und der Puschtra im Unterland seine Wein- und Apfelvorräte aufstockt;
  • wenn man sich beim Spazieren über den Brunecker Graben vor stacheligen Kastanien-Schlägen von oben in Acht nehmen muss;
  • wenn die heimischen Eishockeymannen wieder zum Training antreten;

Natürlich kann man es auch übertreiben und ganz gewiss werden wir noch ein paar schöne Spät- bzw. Altweibersommertage haben. So richtig Sommer wird es für heuer aber wohl nicht mehr geben. Also Tschüss, lieber Sommer, Pfiati und Papaa, bis zum nächsten Jahr!

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8 Reaktionen zu “Aus und vorbei”

  1. Bine

    Ich war heute noch mutig und griff nach dem Sommerkleidchen in den Kasten. Vielleicht führe ich es heuer zum letzten mal aus, kann schon sein – hoffe aber ich kann es noch ein paarmal anziehen.

  2. Anna

    Bei mir ist eindeutig der Sommer vorbei wenn:
    -ich meine Kuschelbettwäsche wieder einbette
    -und wenn ich beim Reiten für den Sattel wieder das feine Lammfell drübenziehen muss:-)

  3. Gudrun

    Oh, ja, wir haben da unten, wo das Land so flach ist wie ein Brett, auch schon jede Menge Zeichen des Herbstes entdeckt. Leider.
    Danke für den toll geschriebenen Artikel. Es hat Spaß gemacht, zu lesen.

    Liebe Grüße und einen tollen spätsommerlichen Abend, die Gudrun

  4. Michi

    Super Artikel! Bravo!

  5. Steffi

    DANKE – solche Kommentare sind suuuper für die Motivation! ;-)

  6. Steffi

    Nachtrag: Eindeutigstes Zeichen für das endgültige Ende des Sommers sind weithin sichtbare weiße Bergspitzen, wie sie beispielsweise gerade in Bruneck zu sehen sind! Hat es doch tatsächlich geschneit *verdammt*.

  7. Steffi

    Und gleich noch ein sicherer Beweis für das Sommer-Aus: Unsere brave Praktikantin, die Michi, verlässt uns auch schon wieder! Hier ihr Abschiedsgruß

  8. Bine

    Nachtrag#3: da wurde noch was vergessen, also wenn wir Pause machen und beim “wiederzurückkommen” ist die Tür ins Schloss gefallen und niemand hat einen Schlüssel und wir müssen klingeln und und und… dann ist es kalt im Büro und es ist TRARA Herbst!

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