Bergt(ort)our auf den Fensterlekofel

Der Senf von Michi Für zache Hund Kommentar hinzufügen

markierung.jpgVor einiger Zeit habe ich von einsamen Gipfeln geschrieben, von Gipfeln auf die niemand geht, weil sie entweder zu unpopulär sind oder zu schwer zu erreichen. Solche Berge mag ich gerne, man ist allein da oben und die Welt liegt mir und nur mir allein zu Füßen. So ungefähr.
Ein solcher Berg ist der 3171 m hohe Fensterlekofel. Den hab ich mir schon lange vorgenommen. Weil er eben ein einsamer Berg ist. Am Samstag war es dann so weit und wir sind um ca. 8 Uhr vom Mühlbacher Badl aus Richtung Fensterlekofel aufgebrochen. Im Rucksack jede Menge zum Trinken sowie Seil, Gurt und Karabiner. Das Gewicht kann man sich vorstellen, die Hitze am Samstag auch.

fenstolekofel.jpgZunächst ging es gemütlich auf dem Forstweg und dann weglos über Wiesen zum Schuttfeld vor dem großen Rauchkofel und Fensterlekofel. Wir wählten den etwas längeren Weg links hinauf und gingen endlos über die Geröllhalde und dann steil durch eine Schotterrinne nach oben, bis wir rechts in ein nicht einfach auszumachendes Felsband kamen. Dort war es teilweise ausgesetzt, die Griffe waren brüchig und zerbarsten regelrecht in den Händen. Nach einer Ewigkeit waren wir endlich in der Althausscharte, wo wir den Klettergurt anlegten und gesichert über brüchige Felsen bis auf den Gipfel gelangten. Und siehe da: 2 Bergsteiger saßen schon beim Mittagessen auf dem Gipfel und von unten näherte sich ein weiterer. Wir waren zu Siebt auf diesem gottverlassenen Gipfel! Verdammt! Nix mit seine Ruhe haben! Und wie sollte es auch anders sein: wir waren die einzigen die angeseilt den Gipfel meisterten… Wurst: Besser gesichert heil hinauf und hinunter als Knieschlattern und Bergrettung.

rauchkofel.jpgNach langer Gipfelrast und Eintrag ins Gipfelbuch (Einträge seit 1978! sind drinnen), seilten wir uns wieder zur Scharte ab und genossen da die Sonne und die einmalige Aussicht. Auf dem Rückweg kam ich aus dem Fluchen gar nicht mehr heraus: alles rutschte unter den Füßen, mit der Hose blieb ich an einem Felshaken hängen und schlug mir das Schienbein auf und die Rutschpartie durch die Schotterrinne glich einer Skiabfahrt ohne Schnee. Pfui!

Also kein Wunder, dass auf diese Berge normalerweise kein Mensch geht. Der Auf- und Abstieg in der Schotterrinne und im Felsband waren zwar nicht schwierig aber gefährlich. Dasselbe mit dem spannenden Schlussanstieg auf den Gipfel. Alles bricht da oben, unglaublich!

Und doch: stolz bin ich schon, auf dem Fensterlekofel gewesen zu sein, irgendwie hat sich ein Traum erfüllt. Schon allein deshalb weil alle sagen: “Do augn? Do geaht jo koans. Isch jo la a Gschreafe und a Bruch!” Ätschbätsch, ich war da! Das erste und höchstwahrscheinlich aber auch das letzte Mal. (Ehrlich gesagt, würde ich nicht mehr sicher hinauffinden…)

Fotos gibt es heute keine. Hab den Fotoapparat daheim vergessen. Morgen stell ich ein paar Bilder ein. Ein Bild von der Tour kann man sich aber schon mal hier machen.

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3 Reaktionen zu “Bergt(ort)our auf den Fensterlekofel”

  1. Bine

    musch a üboroll augn!

    Gratuliere zu deinem gipfelsieg!

  2. metal

    jawoll! fensterle kofl rules!

  3. Warum ich wandere | Suedtirol Blog

    [...] ich in der Früh die Fenster auf, sehe ich in die Berge. Den Morgenkofel, den Wasserkopf, den Fensterlekofel und den Rauchkofel und ganz links außen die Große und Kleine Windschar. Schau ich in die [...]

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