Bruneck: Yoseikan Budo Stage mit Kyoshi Mochizki
Der Senf von admin Für zache Hund Kommentar hinzufügenSonntag, der 25. November, war ein besonderer Tag. Nicht nur weil der Kronplatz schon eine Woche früher offen war, sondern weil in Bruneck Kyoshi Mochizuki, Sohn des legendären Yoseikan-Budo Begründers Hiroo Mochizuki, ein Stage abhielt. suedtirol.ch war dabei.
Nein, nicht als Außenstehender, sondern richtig: Im blauen Kimono, mit Boxhandschuhen und Beinschonern, mit allem Drum und Dran eben. Seit zwei Jahren bin ich im Yoseikan Budo Dojo in Bruneck zu Gange, werfe, schlage, stoße, trete, versuche mich in Wellenbewegungen, rolle mich und habe vor allem endlich eine Sportart gefunden, bei der man sich nach der Arbeit so richtig austoben kann.
Vor zwei Wochen kündigte unser Trainer Roman Patuzzi an, dass einer der Meister, Kyoshi Moschizuki, für zwei Termine nach Italien käme: unter anderem nach Bruneck. Das wollte ich mir nicht entgehen lassen. Gesagt getan, Michi war am Sonntag bei Kyoshi.
Um 12 Uhr ging’s für uns Stifte los (so nennt man in Bruneck die Kyu‘s, also jene die noch keine Dan-Träger sind). Das Dojo war gerammelt voll, aus ganz Südtirol reisten Budokas an und nach dem obligatorischen Groß ging’s zur Sache und Kyoshi führte uns einige Aufwärmübungen vor, die mir schon nach wenigen Minuten den Atem raubten.
Flugs ging es zu zweit weiter und wir übten Selbstverteidigungsstrategien. Wir drehten Hände, lupften unsere
Trainingspartner auf den Boden, verbogen Arme und versuchten schlaue Ausweichmanöver. Die der gute Kyoshi natürlich gleich durchschaute und mich zu demonstrativen Zwecken äußerst unsanft auf den gottseidank bematteten Boden bugsierte, meinen Arm unnatürlich verdrehte und mir so sehr bildhaft zeigte, wie man einen Gegner schadlos macht. Aua, dachte ich mir, so (?) geht das also! Gedacht – versucht. Ich nahm meine Trainingspartnerin am Arm, drehte ihn nach hinten, ließ sie über mein gestrecktes Bein fallen, warf mich auf sie und schaffte es sie untätlich zu machen. Juhu!
Das alles klingt jetzt vielleicht brutal, ist es aber nicht: Yoseikan Budo bedeutet Körperbeherrschung, es bedeutet richtig Atmen, sich im richtigen Moment entspannen um danach wieder Spannung zu erzeugen. Es hilft, sich im alltäglichen Leben zu Recht zu finden. Das Stage mit Kyoshi war die pochenden Kopfschmerzen nach dem dreistündigen Hammertraining allemal wert: Ich habe selten jemanden gesehen, der Körper und Geist so unter Kontrolle hat wie Kyoshi und bin immer noch beeindruckt wie viel der französischsprachige Meister uns in nur drei Stunden Training zu vermitteln vermochte.
Wer sich für Yoseikan Budo interessiert: auf www.yoseikan.bz gibt es alle Infos zum Verein in Bruneck
(Bildquelle: Milesi)
Tags: Dolomiten



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