Das Wunder vom Marengo

Der Senf von Steffi A Hetz muss sein Kommentar hinzufügen

Gestern ist mir etwas Sonderbares passiert, das muss ich euch jetzt schnell erzählen. Nach der Arbeit hat mich meine kleine Schwester mit dem Auto abgeholt und mit nach Hause genommen. Als fahrbarer Untersatz diente uns dabei das alte Auto unseres Vaters, um genau zu sein ein silbergrauer Fiat Marengo, Baujahr vermutlich Steinzeit oder älter.

Bis auf ein paar Macken, die alternden Autos nun einmal einfach haben, hat diese Kombivariante des Fiat Marea mit Dieselmotor bislang eigentlich immer funktioniert. Hat brav seinen Dienst getan und war sein Geld alles in allem schon wert. So langsam scheint der gute Wagen allerdings doch unter seltsamen Spielarten der Altersschwäche zu leiden. Nicht, dass er nicht mehr fahren würde, wie man es von einem alten Auto vielleicht erwarten könnte. Ganz im Gegenteil.

Wir kommen also zuhause an, parken, schnallen uns ab und wollen aussteigen. Aber irgendwas stimmt nicht. Ich schau meine Schwester an und sehe den Autoschlüssel in ihrer Hand. Er ist schon abgezogen, steckt nicht mehr im Zündschloss. Hä? Warum bitte läuft dann der Motor noch?

Dass mir jetzt keiner sagt: Frauen und Autos. Wenn du den Autoschlüssel abziehst, austeigst, mit dem Schlüssel in der Hand vor dem Auto stehst und es unter der Motorhaube immer noch ruckelt und rumort, schaust du auf jeden Fall erst einmal dumm aus der Wäsche – egal ob Männlein oder Weiblein. Kurz zuvor war meine Schwester auch noch beim Tanken, Treibstoff war also mehr als genug vorhanden, sodass der Wagen wohl übermorgen in zwei Wochen noch gelaufen wäre, hätten wir es schließlich nicht doch geschafft, ihn auf grausamste Weise abzuwürgen.

Auf dem Parkplatz stehen tut der arme alte Marengo jetzt immer noch. Explodiert ist er über Nacht nicht. Aber fahren mag ich damit auch nicht mehr. Ob der wohl überhaupt noch anspringt?

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