Ach die Deutschen! Sie sind doch immer die Benachteiligten, sie werden ständig um ihr Geld geprellt, sie haben es nicht leicht. Beispiel gefällig? Vor 18 Jahren hat das deutsche Ehepaar Simon auf dem Finailgletscher den Ötzi gefunden, der heute zu den berühmtesten Mumien der Welt gehört. Nur: Erika Simon (Helmut S. ist 2004 verstorben) hat bis jetzt noch keinen Finderlohn gesehen und kann sich mit den 150.000 Euro, die sie jetzt bekommen soll, nicht wirklich anfreunden.
Das geht so natürlich nicht. “Für dieses knausrige Bergvolk ist der Ötzi doch ein Werbefaktor erster Güte,“ schimpft Simons Anwalt auf sueddeutsche.de. Ja genau. Wir sind ein knausriges Bergvolk und hätten wir den Ötzi nicht, müssten wir zusperren. Gleich alles. Gleich bei der Grenze, weil wir derart knausrig sind, dass wir weder unsere Kulturgüter noch unsere Natur mit anderen Teilen wollen. Wir bauen keine Bettenburgen, keine Lifte, keine neuen Straßen. Mir san mir und was uns gehört ist unser! Und der Ötzi, der gehört auch uns, wurscht wer ihn gefunden hat. Und wir klemmen uns “den Seckl ab”! Jawoll!
Dieses Bergvolk-Blabla kann sich der gute Anwalt sparen, schließlich verdient er gerade wegen Südtirol einen ganzen Happen Geld, wahrscheinlich mehr als die Simons im Endeffekt Finderlohn kriegen.
Wobei Frau Simons im Artikel ja behauptet, das mit den 150.000 sei ganz was Neues. Autsch. Stimmt nicht, denn schon 2006 hatte man sich auf diese Summe geeinigt, jetzt soll sie ausbezahlt werden. Siehe hier.
Mir geht diese ganze Finderlohn-Geschichte auf die Nerven: muss man immer und überall probieren Geld rauszuhauen und darum streiten?



Am 17. Juni 2009 um 08:50 Uhr
Interessant wie Medien verschieden berichten: http://www.stol.it/Artikel/Chronik/Lokal/Oetzi-Finderin-erleichtert-ueber-Einigung
Am 17. Juni 2009 um 15:04 Uhr
… schon eine komische Geschichte, Simon ist ja sogar in Südtirols Bergen gestorben. Wenn ich Frau Simon wäre, würde ich spätestens dann aufhören immer in alten Geschichten herumzustochern und die Finger von Südtirol lassen und abschließen. Das bringt nichts Gutes mit sich. Und wer sich ein bisschen im italienischen Rechtssystem auskennt weiß, dass bei uns Prozesse “ein Leben lang” immer wieder angefochten werden können – unendliche Geschichten.
Am 18. Juni 2009 um 13:55 Uhr
cooler Post Michi!
Am 20. Juni 2009 um 21:13 Uhr
huihuihui: es wird heiß! http://www.stol.it/Artikel/Chronik/Lokal/Oetzi-Finderlohn-Nachverhandlungen-wegen-Durnwalder