Morgendliche Schlagzeile auf stol.it: “Verlängerter Personalausweis sorgt für Probleme beim Reisen.” Gut, dass ich meinen Ausweis grad heuer im Frühling verlängert hab. Verlängern heißt in dem Fall: Stempel drauf auf den alten, Unterschriftskritzelei des Bürgermeisters darunter, neue Plastikhülle darüber, passt.
Passfotos machen mag ich sowieso nicht, irgendwie hab ich es noch nie geschafft, halbwegs normal dreinzuschauen. Und jetzt, wo man nicht einmal mehr lachen darf, können ja nur Sträflingsbilder rauskommen. Ist mir und vielen anderen heuer aber erspart geblieben. Waren Personalausweise früher in Italien nur fünf Jahre gültig, sind es mittlerweile zehn. Mit offiziellem Stempel und Unterschrift sind die vorher ausgestellten, fünfjährigen Pässe jedoch für weitere fünf gültig. Alles kein Problem.
Anscheinend bzw. bislang. Jetzt nämlich rücken Quästuren, Gemeindeämter und das Ministerium damit heraus, dass die scheinbare Bürokratie-Erleichterung ein Schuss in den Ofen war. Denn so manch einen, der in Besitz eines derart verlängerten Passes war, hat man doch glatt der Dokumentenfälschung verdächtigt. Einreisen? So nicht, hieß es da für einige und das nicht etwa nur an der US-amerikanischen Grenze, sondern auch hinter den sieben (europäischen) Bergen.
Da ist es dann wahrscheinlich doch gescheiter, gleich einen neuen zu machen, Passfoto-Prozedur, Zettelwerk und auch Spesen zu ertragen, damit es ja keine Probleme gibt, wenn’s in den wohlverdienten Urlaub geht.
Gut, dass ich meinen Personalausweis grad erst verlängert habe. Gut dass ich in absehbarer Zeit kaum einen Fuß über irgendeine Grenze setzen werde.



Am 8. Oktober 2010 um 09:12 Uhr
Mein Mailänder Identitätskarte wurde genau auf diese Art und Weise “umgeschrieben” kostet mich jedesmal 30min zu erklären das ich in Bz ansässig bin und das auf diese Weise die Bürokraten sich das leben vereinfachen sollten …
zum Glück habe ich noch meinen Deutschen Reisepass und nicht so einen Papierfetzen der aussieht als ob den eine Schulklasse im Kunstuntericht selbst fabriziert hat.
Am 8. Oktober 2010 um 11:10 Uhr
Super! Genauso lustig ist, wenn man am Londoner Flughafen einem Kasten von Grenzschutzpolizist, der noch nie etwas von Südtirol gehört hat, in gebrochenem Englisch erklären muss, warum man als Südtiroler einen grünen italienischen Pass hat und keinen beige-braunen wie sonst in Italien.
Am 8. Oktober 2010 um 15:08 Uhr
Steffi: Du hast tatsächlich einen grünen Pass? Wenn ich Grenzschutzpolizist wäre, würde ich dich damit auch sofort hopsnehmen! Wenn ich aus Tante Wikipedia zitieren darf: “Der Europapass besteht aus einem bordeauxroten Umschlagdeckel mit goldfarbener Prägung [...]” Na?
(Keine Angst, ich hab schon verstanden, was du sagen wolltest, aber ein wenig “Stänkern” macht immer Spaß)
Stephan: Bei meiner Freundin wurde auf diese Weise der Wohnsitzwechsel eingetragen. Sie hatte damit aber noch nie Probleme, soweit ich weiß.
Am 17. Oktober 2010 um 20:27 Uhr
@Andreas
Deine Freundin spricht vermutlich auch kein Hochdeutsch …