Wenn es nur nicht immer so schwer und mühsam wäre. Aber man ist ja selber schuld. Hätte ich den langen Winter über ein bisschen mehr getan. Hätte ich mir für den Anfang doch einen kleineren Hügel ausgesucht. Hätte ich mich heute früh doch unter der Bettdecke versteckt. Ja, ja, hätte ich doch… All das nützt leider nichts, wenn man sich dann ächzend und krächzend einen Berg hoch quält, während das gemeine Gipfelkreuz hämisch aus weiter Ferne winkt.
Wahrscheinlich war ich wohl nicht die einzige, der es vergangenes Wochenende in den Bergen so ergangen ist. Sich recht viel früher hinaus und hinauf zu wagen, hat bisher vor allem das Wetter nicht zugelassen. Mein letzter Versuch, einen etwas höheren Hügel zu erklimmen, endete letztendlich zwar am Ziel, jedoch weitaus später als geplant, mit schneenassen Füßen und begleitet von lautem Fluchen. Am letzten Sonntag waren die Voraussetzungen dagegen schon weitaus besser: Wetter perfekt, Begleitung super, Tour geplant, Rucksack gepackt, Motivation hoch… Kondition dagegen schlichtweg besch***.
Das Ziel: der Schönberg oberhalb von Weißenbach im Tauferer Ahrntal. Sehr schön. An Lust und Gipfelvorfreude hat es sicher nicht gefehlt, aber bei den ersten Schritten vom Parkplatz weg kam es mir vor, als hätte ich Blei in den Füßen und Ziegelsteine im Rucksack. Ein wenig aufgewärmt ging es dann zumindest ein bisschen besser, auch weil der erste Teil der Strecke auf einem gemütlichen und schattigen Forstweg entlang führte. Ins Schnaufen und Schwitzen kam ich allerdings dann, als wir den Wald und den breiten Weg verlassen mussten, um den zweiten und logisch längeren Teil bis zum Gipfel zurückzulegen. Ohne Erbarmen brannte nun die Sonne herab – ich natürlich ohne Hut und Sonnencreme unterwegs. Der Pfad wurde zunehmend steiniger, stufiger und steiler und ging dann auch noch ewig in die scheinbar falsche Richtung, weg vom Gipfelkreuz.
Geschafft habe ich es schließlich doch und der Blick auf die Uhr hat mich echt überrascht, denn trotz Pausieren und Ratschen und Fotografieren waren wir doch recht flott unterwegs. Und die Belohnungen am Gipfel haben alle Mühen wieder wettgemacht: ein leckeres Gipfelbrot bei Blick auf immer noch schneebedeckte Berge, unter uns Weißenbach, über uns blauer Himmel und rundherum üppig blühende Almwiesen. Fast schon kitschig, wie aus dem Heimatfilm. Einfach schön, der Schönberg.
Und das Eis ist gebrochen. Noch nicht auf allen Gipfeln. Aber in meinem Kopf – und hoffentlich bald auch in meinen Beinen.
Tags: Tauferer Ahrntal, Wandern



Am 9. Juni 2010 um 12:47 Uhr
Super!
Im Winter a wia Schitour gian, norfollt dr Start in Summer leichter
Am 9. Juni 2010 um 13:16 Uhr
Jo eh! Obo sich a bissl plogn keart am Unfong fan Summo woll olm dozui, et?!