Herr Messner, ich weiß nicht…

Der Senf von Steffi Für zache Hund Kommentar hinzufügen

Gestern Abend war ich endlich im Kino. Nanga Parbat. Lange hab ich darauf gewartet. Schon beim Karten Kaufen war mir kalt. Kein Wunder – bei den Minusgraden im Moment. Vielleicht war aber auch der Film Schuld: Nanga Parbat, der „nackte Berg“. Klingt schon irgendwie kalt. Nach Kälte, Eis und Schnee. Schließlich hat man auch die tragische Geschichte der Messner-Brüder irgendwie im Hinterkopf: 1970 machen sich Reinhold und Günther auf, den 8.125 m hohen Schicksalsberg über die Rupalwand zu bezwingen. Sie wagen alles, riskieren viel. Zu viel. Nur Reinhold kehrt zurück…
Ein Drama um Ehrgeiz und Mut, um Bruderliebe und Verantwortung, Lüge und Wahrheit. Trotz der Emotionen, trotz aller Tragik und trotz des Wissens, dass der Film auf einer wahren Begebenheit beruht: überzeugt hat mich Nanga Parbat letzten Endes nicht.

Bewegt ja. Durch großartige Bilder von bekannten und unbekannten Gipfeln. Durch einmalige Landschaftschaftsaufnahmen von Villnöss bis Pakistan. Immer wieder phantastische Einstellungen, interessante Schnitte, ungewöhnliche Perspektiven. Immer wieder wird klar: Wo unsere Berge aufhören, haben sie im Himalaya noch nicht einmal angefangen.

Mindestens genauso beeindruckend: die Leistung der Schauspieler und die Darstellung durchaus bekannter Szenen. Etwa wenn Markovics alias Expeditionsleiter Herrligkoffer per Funk zu Messner ins Lager IV hinaufschickt: „Du sprichst mir aus der Seele, Reinhold!“

Und doch weiß ich nicht recht. Ihr kennt bestimmt das komische Gefühl: Man schaltet den Fernseher aus oder kommt aus dem Kino und auf die Frage „Wie war’s?“ gibt es nur ein „Hm, ich weiß nicht.“ So ging es mir gestern Abend. Nanga Parbat hat was. Aber irgendwas fehlt – oder ist zu viel. Vielleicht ist es ungewohnt, die Messner-Familie nicht in Dialekt sprechen zu hören. Vielleicht liegt es daran, dass der Film – je länger er dauert – immer mehr an Distanz verliert. Mehr und mehr Partei ergreift. Was als Vilsmaier-Produktion beginnt, endet als Messner-Film.

Vielleicht lag es aber auch daran, dass mit vorher schon kalt war. Der falsche Film am falschen Tag.

Herr Messner, ich weiß es nicht.

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4 Reaktionen zu “Herr Messner, ich weiß nicht…”

  1. Bine

    … nach der rezession bekomme ich doch noch lust den film anzuschauen, macht neugierig und ich werde mir was warmes anziehen! – Rezension!

  2. Reinhold

    …abgesehen von den einmalingen Landschaftsaufnahmen finde ich die Aussage zum Film zutreffend “Was als Vilsmaier-Produktion beginnt, endet als Messner-Film”

  3. Hanspeda

    Sabine Rezension nicht Rezession.
    Wer googeln kann ist klar im Vorteil ;)

  4. Tweets that mention Herr Messner, ich weiß nicht… | Suedtirol Blog -- Topsy.com

    [...] This post was mentioned on Twitter by hanspeda, Carmen M.. Carmen M. said: hmm… sollte den #MessnerFilm vielleicht doch ansehen @hanspeda Nanga Parbat – Filmrezension aus Südtirol http://bit.ly/9Xi7Mo [...]

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