Im Allgemeinen trifft es die Blondinen, in Deutschland sind es die Ostfriesen und in Österreich mitunter die Wiener. Im Pustertal dagegen gibt es so manch blöde Witze über die Einwohner des schönen Gsiesertals. Vorurteile und Klischees, von denen keiner so genau weiß, woher sie kommen. Dass in Gsies allerdings einige Wanderweg-Gestalter tatsächlich eine recht eigenwillige Art zu Denken haben, haben sie mir gestern eindeutig bewiesen.
In aller Frühe brachen wir auf, um das – der Beschreibung nach recht mächtige – Hörneckele zu besteigen. Am Ausgangspunkt in St. Martin in Gsies angelangt mussten wir erst einmal grinsen: Schon von unten war das Gipfelkreuz deutlich zu sehen und schien so gar nicht weit entfernt. Wo sollen wir denn da mehr als 900 Höhenmeter und zweieinhalb Stunden Anstieg-Zeit herbekommen?
In den folgenden zweieinhalb Stunden wurden wir dann doch eines Besseren belehrt. Denn in Gsies geht man ewig nach links, um auf einen Gipfel zu kommen, der rechts liegt. Sehr logisch. Noch dazu erreicht man das Gipfelkreuz nicht, wie man es sich üblicherweise erwarten würde, von unten, sondern von oben.
Damit war unsere abenteuerliche Tour jedoch noch nicht zu Ende. Weil wir nicht denselben Weg zurückgehen, sondern eine Rundwanderung machen wollten, hatten wir ein zweites Auto im Talschlussort St. Magdalena geparkt. Wir stiegen also auf der anderen Seite der Hörneckeles ab, wo wir nach einer Weile zu einer Wegkreuzung mit mehreren Hinweistafeln (siehe Foto 1) kamen, die mit rot-weißen Absperrbändern verhängt waren: Der Almweg 2000, auf dem wir nach St. Magdalena gelangen wollten, war nach schriftlicher Erklärung eines gewissen Herrn Klaus wegen Waldschlägerungsarbeiten nicht passierbar.
Blieb uns nichts anderes übrig, als den zweiten, kürzeren Weg nach St. Magdalena zu nehmen, der sich sogleich als Direttissima ins Tal präsentierte. Unten angelangt stießen wir nun wiederum auf Schilder, nur dass dort genau jener Weg, über den wir jetzt abgestiegen waren, als gesperrt gekennzeichnet war mit dem Hinweis, man möge doch bitte über den Almweg 2000 ausweichen. Alles klar. Und die letzten Schilder am Straßenrand (siehe Foto 2) haben uns schließlich gar nicht mehr weitergeholfen.



Am 15. Juli 2010 um 09:29 Uhr
Super! Im Schilderwald ist jeder Gang ein Abenteuer!
Am 21. Juli 2010 um 09:42 Uhr
i war grode augngong
glabe!