Jugendliche und Alkohol

Der Senf von Michi Für zache Hund, Genießer Kommentar hinzufügen

Auf pattl.com habe ich heute Morgen einen Post über eine 15-jährige mit Alkoholvergiftung gelesen. Anscheinend habe man in den letzten Tagen nicht nur das Mädchen, sondern jede Menge mehr oder minder stockbesoffene Jugendliche in Bozen “aufgelesen” und nach Hause schicken müssen oder eben ins Spital.
Jaja der Alkohol. In Südtirol ist er schon ein heikles Thema. Zum Genuss wird er vergöttert, beim Missbrauch verteufelt. Und wenn sich die jungen Leute unter uns besaufen, dann geht das gar nicht. Es ist aber auch traurig, junge Dinger sturzbetrunken herum torkeln zu sehen oder gar beobachten zu müssen, wie sie sich erst im Rausch zu öffnen können und imstande sind über ihre Probleme zu reden. Wütend machen sie mich, wenn sie Scheibenwischer ausreißen, Straßenlaternen “abschießen” und Müll und Dreck überall herumliegen lassen. Da komm ich mir vor wie am Hauptbahnhof oder im damals-noch-nicht-gesäuberten Hanuschplatz in meiner Studienstadt Salzburg, wo sich die Sandler Tag und Nacht die Kante mit billigem Schnaps und Büchsenbier gaben.

Ich weiß ja nicht. Wir alle haben unsere Räusche gehabt, ein paar Mal war’s zum Lachen, manchmal eher zum Weinen. Aber wenigstens haben wir auch unter 16 auf Festen und in gewissen Kneipen was zum Trinken bekommen. Das gesparte Geld vom Geburtstag und vom Sommerjob haben wir dort ausgegeben und nicht über einen älteren Kollegen im Supermarkt mit billigstem und schnell “einschlagendem” Alkohol. Jugendschutz ist ja gut und recht, aber mit Verboten schafft man eben auch den Reiz des Unberührbaren, ein Vollrausch ist weit weniger interessant, wenn er sozusagen legal ist.

Wurscht, ich bin keine Pädagogin, ich kenn mich in Sachen Gruppendynamik und Jugendkultur nicht aus. Aber Verboten stehe ich einfach skeptisch gegenüber, ob es jetzt ums Trinken geht oder um Rauchverbote in Bozen.

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6 Reaktionen zu “Jugendliche und Alkohol”

  1. Mü

    Ja der liebe Alkohol, lässt uns ein wenig lockerer werden. Ich finde es auch tragisch was alles passiert und das bereits in den Mittelschulen. Aber wenn ich zurückdenke (naja fast 15 Jahre) gab es das Thema Alkohol auch bei uns auf der Mittelschule. Ob es mehr geworden sind weiß ich nicht! Verbote, finde ich, machen nur Neugierig.

  2. pattl.com

    Hallo! Also ich bin, wie man am Namen schlecht erkennen kann, der Besitzer von PATTL.COM, und ich habe bescheidene 15 Jahre. Dabei bekomme ich den ganzen Trubel um Alkohol und auch Drogen natürlich hautnah mit.
    Ich finde es teilweise schon tragisch, dass einige meiner Freunde (die eigentlich wirklich gute Freunde sind) mir erzählen, wie besoffen sie am Wochenende waren, und dass sie überhaupt nicht mehr wissen, wo sie waren, und was sie geamcht haben! Ich persönlich halte vom Alkohol nicht viel, da ich so gut wie keine Erfahrungen damit gemacht habe (natürlich hier und da mal einen Schluck…), aber ich weis, dass ich auch ohne Alkohol Spaß haben kann. Denn ein bisschen feiern ist schön und gut, ein bisschen trinken ist auch schön und gut, sogar ein bisschen besoffen sein ist schön und gut, aber nicht so, dass es in einer Katastrophe endet…

  3. pattl.com

    PS: Ich habe nirgens Ihre Kontaktdaten gefunden! Könnten sie mir eine E-mail an webmaster(ät)pattl(punkt)com schicken? Ich hätte ein Anliegen an Sie.

  4. Hanspeda

    servus pattl.com
    Das Impresum steht oben rechts. Aber die Autoren lesen hier fleißig mit. Du wirst von ihnen hören

  5. pattl.com

    okay, dankeschön!

  6. Mü

    @pattl.com – auch ich finde es tragisch, dass sich die Jugend mit Alkohol zu dröhnt, eben nicht nur ein bisschen sondern so, dass es am Ende zur Katastrophe führt. Wie gesagt, das Gipfelgeflüster Team sind keine Pädagogen, aber durch die ganzen Verbote wird Verbotenes interessant. Das ist meine Meinung und vor allem macht die Erziehung was auch und nicht zuletzt die Reife jedes einzelnen.

    Was kann man machen: ich tippe auf Freizeitgestaltung, wenn jeder von Kind auf schon einen Hobby oder ein Sport in die Wiege gelegt bekommt, dann hätte man schon sehr viel anderes zu tun, als wie auf den Alk zu denken. Aber natürlich irgendwann kommt man doch in den Genuss, und wie du sagst: “ein bisschen trinken ist auch schön und gut!”

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