Ich will mal ganz ehrlich sein: Was Heimatkunde anbelangt, war ich bislang keine sonderlich große Leuchte. Ein paar Volksschulkenntnisse über die Südtiroler Städte, Haupttäler und Flüsse habe ich mir wohl bewahrt, die größeren Ortschaften im Pustertal immer gerade so zusammengebracht, dann war es mit „kennst du deine Heimat“ aber auch schon bald vorbei. Selbst das Südtirol-Spiel hat daran nicht viel ändern können.
Seit ich dann vor ein paar Jahren angefangen habe, ein bisschen in die Berge zu gehen, ist es um mein Geographie-Wissen etwas besser bestellt. Dadurch weiß ich, dass Kandellen nicht im Bozner Unterland liegt; oder dass man im Ahrntal nach Kasern nicht mehr weiter, sondern höchstens hinauf kommt. Und auch durch meine Arbeit werde ich Tag für Tag besser – und komme manchmal ganz schön ins Schmunzeln.
Jetzt erst hatte ich eine Beschreibung für ein Hotel in Unsere liebe Frau im Walde zu machen. Unsere liebe Frau im Walde – St. Felix. Wer bitte erfindet solche Ortsnamen? Wie kommt man auf so eine Idee? Da könnte es ja auch einen Ort geben, der Euer böser Mann am See heißt. Oder Mein freches Kind auf der Wiese. Ach ja, das gibt es ja sogar – am Reschenpass: St. Valentin auf der Heide.
Ich will damit echt niemandem zu nahe treten und entschuldige mich schon im Voraus bei den 793 Einwohnern von Unsere liebe Frau im Walde – St. Felix. Ich finde es einfach nur… naja, „hetzig“. Unsere liebe Frau im Walde. Zu gern hätt ich gewusst, woher der Name kommt, aber bislang habe ich es nicht herausfinden können. Zumindest bin ich damit auf die Idee gekommen, mir die Südtiroler Ortsnamen mal genauer anzuschauen und wenn man damit mal anfängt…
Manche Ortschaften hatten angeblich einen Namensgeber aus Fleisch und Blut: So kommt etwa Bruneck von Bruno, dem einstigen Bischof von Brixen, der die Stadt Mitte des 13. Jahrhunderts gegründet hat. Gossensaß war angeblich mal der Wohnsitz eines gewissen Herrn Gozzo und Lana das Gut des Leo. Bei ein paar anderen braucht man dagegen gar nicht erst nachzuschlagen, da liegt die Namensherkunft nämlich auf der Hand: zum Beispiel bei Burgstall oder bei Franzensfeste; bei Neumarkt, Steinhaus, Mühlwald und Mühlbach. Umso schwieriger wird’s dafür bei anderen – oder wie erklären wir uns Wolkenstein? Kommt Graun vom nackten Grauen oder von dicht-grauem Nebel? Und Sand in Taufers liegt doch nicht am Meer – oder in der Sandkiste – oder?
Ich werde bei Gelegenheit mal nachschlagen: in Egon Kühbachers “Die Ortsnamen Südtirols und ihre Geschichte”…
Tags: Dolomiten, Eisacktal, Meran und Umgebung, Tauferer Ahrntal



Am 10. März 2010 um 11:28 Uhr
Reischach von der Burg Riscon, von der man noch Überreste im Wald findet. Naja und teilweise noch ulkiger sind die Übersetzungen. Wie ging der Witz nochmal mit Vipiteno: als Tolomei den Bürgermeister von Sterzing fragte: “Come si chiama la sua città .” antwortete der Bürgermeister, der nicht gut hörte “Wie bitte!”, Tolomei gleich drauf “Vipiteno”.
Am 20. März 2010 um 18:56 Uhr
Amüsant! weiter so!