Krampusse – bleibt weg von mir!

Der Senf von admin Alltagsgschichtn Kommentar hinzufügen

krampus-nikolaus.jpgWas die einen freut, ist der anderen Leid. Jedes Jahr rund um den Nikolaustag am 6. Dezember finden in Südtirol bekanntermaßen eine Menge Krampusläufe statt. Fruchterregend verkleidet ziehen Hunderte von ihnen durch die Straßen und erschrecken Kinder und Erwachsene und schwingen manchmal nicht gerade zärtlich ihre Ruten. Grauslich. Ich mag sie nicht.
Überhaupt nicht. Seit einem recht schmerzhaften Erlebnis mit Kinderkrampussen (!) in Salzburg können mir die wilden Fratzen im Fellgewandt gestohlen bleiben. Damals, vor sieben Jahren, ich war Erstsemestrige, wartete ich gegen 18.00 Uhr in Maxglan auf den Bus. Der hatte Verspätung. So stand ich nun, ganz unschuldig, im Finstern und wurde plötzlich von einer Meute kleiner Krampusse umzingelt. Recht viel mehr als hüfthoch waren sie nicht, die kleinen Monster, doch wie man die Rute aufs Hinterteil knallt, das wussten sie. Auf der anderen Straßenseite stand der Vater der Kinder, lachte und rief hinüber: “Guat Kinder, haut’s rein!”

krampus-umzug.jpgGott sei dank kam nach ein paar Minuten der Bus. Der rettete mich zwar vor den Kinderkrampussen aber nicht vor den Millionen (OK, ich übertreibe) Perchten und Krampussen in der Innenstadt. In jeder Ecke lauerten die felligen Kreaturen, in der Uni rasselten sie mit ihren Ketten und nicht mal im Supermarkt war man sicher vor den grausigen Verfolgern.

Das war mir eine Lehre: Seit dem schicksalsträchtigen 7. Dezember 2000 geh ich zwei Tage vor und nach dem Nikolaustag nachts nicht mehr aus dem Haus (außer es geht wirklich nicht anders). Ich mag die Krampusse einfach nicht, kriege eine Gänsehaut, wenn ich ihre Glocken schellen höre und mein Herz klopft bis zum Hals. Das tut nicht gut, überhaupt nicht. Liebe böse Krampusse: mich erwischt ihr nicht!

Fotos: Foirteufl Toblach

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2 Reaktionen zu “Krampusse – bleibt weg von mir!”

  1. Mü

    Jedes Jahr bei den Krampusumzüge sieht man Kinder die schrecklich weinen und panikzustände bekommen. Mir bleibt dann immer ein Klos im Hals stecken wenn die Eltern die Kinder zwingen zuzuschauen.
    Ein Apell an die Eltern: Liebe Eltern, wenn Ihre Kinder Angst haben kann dies unter Umständen mit Symptomen wie Schlaflosigkeit, Albträume oder der Angst vor Dunkelheit reagieren! Und Missbraucht den Krampus nicht nachher als Erziehungsmittel.

  2. barbabella

    Stimmt. Genauso mies ist es schon im Sommer mit dem Nicht-Kommen des Christkinds zu drohen, wenn die Kleinen nicht “brav” sind. Obwohl… manchmal sind solche Erziehungsmethoden zumindest kurzfristig äußert produktiv.

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