Manchmal dreht es mir schon den Magen um, wenn ich die Angebote lesen, welche unsere Betriebe für die Gäste zusammenstellen: Lunchpakete, Cafe und Kuchen im Hotel… alles zu einem sehr günstigen Preis.
Der Wandertourismus ist nicht mehr so wie früher. Viele deutsche Urlauber suchen sich eine Destination im Süden aus. Wandern kann man ja auch mal für 3 Tage im Jahr. Von Juli bis Ende September, also 3 Monate, haben die Hütten geöffnet und dann kommen noch die Hotelgäste mit Lunchpaketen! Da frag ich mich wirklich wo der Respekt der Hoteliere gegenüber den anderen Gastgebern bleibt. Könnte man nicht an einer lukrativen Zusammenarbeit denken? Nein, man schickt lieber die Gäste mit Lunchpaket auf 2.000 Meter und lockt sich pünktlich um 15:00 Uhr zu Cafe und Kuchen wieder ins Hotel zurück. Der Kontakt mit dem Hüttenwirt wird zum Dilemma, denn dieser ist logisch nicht mehr freundlich und urig wie er sein sollte und beschrieben wird. Er muss die Touristen verjagen, damit jene Plätze bekommen, die wirklich etwas konsumieren möchten und nicht den belegten Pims auf seiner Hütte verspeist. Wundert es jemanden? Mich ehrlich gesagt nicht.
Ich gehe auch viel auf den Berg, nehme mir jedesmal etwas zum Essen mit, weil ich mir nicht sicher bin, ob ich irgendwo vorbeikomme oder überhaupt zukehre. Aber wenn ich eine Hütte sehe, dann läuft mir das Wasser im Mund zusammen, wenn ich an den Graukäse oder dem Nudelpfandl denke, an den Russen zum nachspülen und dann noch vielleicht, wenn ich brav und artig war, ein kleiner Schnaps.
Voriges Jahr war ich zu Ferragosto auf der Lenkjöchlhütte - aus Fehlern lernt man. Ich hatte mir nichts zum Essen mitgenommen und freute mich schon auf eine Gerstesuppe. Doch leider bekam ich keinen Platz in der Hütte, denn es saßen alle Leute mit Lunchpaketen da und bestellten sich einen warmen Tee. Zum Heulen, Davonlaufen und Haare Ausreißen.
Tipp: Am Samstag gibt es herrliche Tirtlan auf der Tiefrastenhütte, ideal zum Mittagessen. (Gehzeit: 2 Stunden von Terenten aus)



Am 29. Juli 2008 um 10:17 Uhr
do bin gonz deindo meinung. die angebote va viele hotels sein volle schwoch und anstott in zusommenorbat eben mit a hitte zum beispiel. obo na, jeder kocht sein eigenes sippl.
Is schianste noch a bergtour ischs jo in a hitte zu giahn und sich zu belohnen. und hunger hot man a widdo, weil is gipflbrot und is rittersport sein bei do hitte jo longe schun vodaut!
Am 29. Juli 2008 um 10:19 Uhr
… und da selbstgemochta käse isch a traum, sem brauch man net ongscht hobn, dass er schun vor 20 johr vafoll isch!
Am 29. Juli 2008 um 10:23 Uhr
Supo gschriebn! Voll deiner Meinung!
Am 29. Juli 2008 um 10:28 Uhr
bei viela touristen ischs oanfoch is giklemme. sogor in urlaub! logisch ischs heint nimma leicht, olls konn sich niamand mehr leistn. obo 10 euro mehr odo wianiga mochns zilescht woll decht nimma aus!
Am 29. Juli 2008 um 10:39 Uhr
wenns 10 euro ausmochn, noar fohr i net in urlaub! es isch obo schun aso, wenn a familie afs meer fohrt in an club mit all inclusive noar hotse genau die ausgobn im vornhinein kalkuliert. do kimp nix ma dazui. obo sem kim i holt net mit lond und leute in kontakt und südtirol werb woll mit dem. sem solln die betriebe die 3 zinnen im hotelpark austelln und die leit brauchn net mitn auto manondozifohrn!
Am 29. Juli 2008 um 10:42 Uhr
so jetzt muß ich mal die Gastwirte verteidigen.
Also das selbe klagen gibt es ja im Winter auch mit den Skihütten.
Natürlich würde der Hotelier am Nachmittag die Jause streichen. Durch den Konkurrenzdruck, besonders auch nördlich der Alpen, ist das Angebot nicht mehr wegzudenken. Denn wenn der Urlauber zwei Angebote hat aus Südtirol und Nordtirol dann kann die Nachmittagsjause durchaus der Buchungsgrund sein. Und lieber haben wir den Urlauber doch bei uns in Südtirol oder?
…ich weiß nicht ob Lunchpakete im Sommer auch schon Sandart sind. Meistens packen sich die Leute den Proviant beim Frühstück ein, und schmuggeln die Brötchen aus dem Frühstücksraum. Ich glaube wir Südtiroler sind da etwas anders. Wenn wir in den Urlaub fahren lassen wir uns richtig gut gehen. Dafür fahren wir eben nur 2-3 mal pro Jahr und nicht 5-7 mal.
Am 29. Juli 2008 um 10:48 Uhr
Natürlich müssen die Hotels der Nachfrage und Konkurrenz gerecht werden, aber Lunchpakete sind schon die Höhe finde ich. Könnte man nicht die geführte Wanderung zur xxx Alm machen und dort eine zünftige Marende haben usw… Eine zusammenarbeit wäre Ideal nicht wie Michi schon sagt, jeder kocht sein eigenes Süppchen…
Am 29. Juli 2008 um 11:52 Uhr
Der Gast ist König und das wissen unsere Gäste ganz genau und wehe einem Hotelbesitzer, welcher seinem Gast nicht sein gewünschtes Lunchpaket richtet.
Der Gast bucht nicht mehr und droht noch dazu das Hotel ins negative zu rücken usw.
Hurra, hoch sollen die könige leben.
Am 29. Juli 2008 um 12:17 Uhr
Danke für den interessanten Artikel. Wollte das Thema schon vor einiger Zeit im Blog anschneiden.
Ich bin der Meinung, dass die urigen Schutz- und Almhütten unser kostbarstes Gut sind, weil sie uns von anderen Tourismusdestinationen unterscheiden. Tolle Hotels gibt’s ja überall auf der Welt. Ein Südtiroler Gastwirt, der seine Kollegen in den Berghütten nichts verdienen lässt, darf sich nicht wundern, wenn er irgendwann mal alleine in seinem coolen Wellnesstempel sitzen darf.
Dreiviertelpension ist keine touristische Selbstverständlichkeit, sodern ein Armutszeugnis für den Gast und den Wirt. Schlicht und einfach PEINLICH!
Am 29. Juli 2008 um 12:38 Uhr
Diese urigen Schutz- und Almhütten sind ja auch das Aushängeschild für Südtirol, Tradition und Brauchtum. Und letztendlich erfahren sie die Gastfreundlichkeit der Südtiroler nicht, weil sie ja nicht die Möglichkeit haben dort einzukehren, und wenn nur auf eine sehr unwillkommene Art.
Am 29. Juli 2008 um 12:52 Uhr
zum Thema Zusammenarbeit. Es wurde schon versucht z.B: zwischen Bauern und Gastwirten. Das Problem ist aber die Produktion. Was macht ein Bauer wenn man auf den nächsten Morgen 100-200 Eier braucht…
Am 29. Juli 2008 um 13:16 Uhr
logisch kann man von einem Bauern nicht 100-200 Eier verlangen
aber deswegen ist es ja auch ein kleiner einheimischer Bauer, er hätte für 300 Liter Milch zu wenig Kühe und zu wenig Feld – dann wäre es ja wieder ein Großbauer und es hat nichts mit Ursprünglichkeit zu tun! Es gibt sicherlich einen Weg in der Mitte!
Am 29. Juli 2008 um 13:48 Uhr
@ herbert: du bringst es auf den punkt!
Am 29. Juli 2008 um 14:03 Uhr
gibt es leider nicht liebe Mü. Entweder ganz oder gar nicht…
Am 30. Juli 2008 um 08:11 Uhr
Hallo zusammen!
Bin gestern schon auf diese Seite gestossen. Ich muss sagen tolle Themen, über die ihr da schreibt / diskutiert. Immer weiter so, werde mich zukünftig des öfteren bei euch sehen lassen!
Am 30. Juli 2008 um 08:44 Uhr
geld regiert die welt …
… zu diesem schluss komme ich immer wieder – wenn das thema mit den lunchpaketen doch ein etwas leidiges thema ist.
meine erfahrungen zum thema tradition, brauchtum und herzlichkeit dem (in diesem falle einheimischen) gast gegenüber:
letztens … nach meinem gipfelsieg
) .. kehrte ich bei einer netten, neuen hütte im gadertal ein. bevor ich mich setzte, habe ich noch die hüttenwirtin (oder war es eine angestellte?) gegrüsst und wartete darauf, dass ich endlich mein verdientes hefe bestellen kann – nach ca. 30 minuten bekam ich es dann doch – ich weiss nicht, ob ich das als faulheit betrachten soll oder einfach als desinteresse dem gast gegenüber, oder haben die leute einfach nur geld genug ??
hätte ich ein belegtes brot im rucksack gehabt, dann hätte ich es wohl ausgepackt und gegessen !
übrigens: ausser mir waren vielleicht noch 2-3 gäste im hause.
auch passierte es mir, dass die bedienung auf manch einer hütte weder dialekt, noch deutsch gesprochen hat, sondern ein gebrochenes italienisch oder irgend eine andere fremdsprache.
hätte ich so etwas nur einmal erlebt, würde ich es als ausnahme betrachten – doch dem ist nicht so !
sollte man nicht vielleicht doch mal anfangen, den umgang mit dem gast “wieder zu erlernen” und vielleicht daraus die früchte tragen … auch wenn es schwer fällt, aber man muss probleme an den wurzeln packen und nicht nur jammern, denn das kann bekanntlich ja jeder !
herzliche grüsse
othmar
Am 30. Juli 2008 um 08:56 Uhr
@ Maik – herzlich willkommen, cool, dass du dich hier her verirrt hast
= rhetorische Frage
@Othmarr – und das wäre jetzt ein neues Thema über welches wir schreiben könnten… Wieviel wird in Personal und guten Service investiert, wenn die Bedienung auf der Hütte nur noch gebrochen deutsch spricht wo bleibt da die ursprünglichkeit und der Kontakt mit den Einheimischen… und warum blos ist das so
Am 30. Juli 2008 um 10:38 Uhr
Mü:
… ich schrieb übrigens: kein deutsch/dialekt – nur gebrochen italienisch o.a.
jo, bin etwas abgeschweift
wo sind wir denn ??
Am 30. Juli 2008 um 11:01 Uhr
@othmarr: Das Problem kenn ich selbst nur zu gut…, auch aus verschiedenen Lokalen im Tal!
Am 30. Juli 2008 um 13:10 Uhr
@dödl: das glaube ich dir aufs wort !
Am 30. Juli 2008 um 19:29 Uhr
Was die ausländischen Mitarbeiter anbelangt: herzlich willkommen wären alle einheimischen Mitarbeiter, natürlich wären wir froh, wenn wir gerade sie zu unserem Team zählen dürften, doch leider gibt es nicht mehr viele welche im Gastgewerbe Hand anlegen, wird doch z.Bsp. Wochenendarbeit o.ä. nicht mehr gerne gemacht. Schade, nicht nur für Touristen, auch für alle Gastwirte!
Am 1. August 2008 um 07:36 Uhr
@zirmis – eigentlich gefällt mir das Gastgewerbe gut und ich habe auch schon einige Saisonen in Hotels gearbeitet – aber es sind wirklich die Arbeitszeiten welche die mich davon abhalten! Das muss ich ehrlich zugeben…
Am 5. August 2008 um 19:03 Uhr
Servus Mü, das ist auch so voll in Ordnung, ist nicht jedermann Sache, aber dann dürfen wir uns auch nicht über Mitarbeiter beschweren welche nicht von unserem Land sind, man kann es sich eben nicht mehr aussuchen.