Männer für eine Nacht

Der Senf von Steffi Für zache Hund Kommentar hinzufügen

Wenn man es ganz genau nimmt sind es sogar 2 Männer für 2 Nächte. Doch keine Sorge, hier geht es nicht um irgendwelche unmoralischen Angebote. Vielmehr um den hohen Besuch und das exklusive Lachmuskeltraining, gestern und heute Abend im Brunecker Stadttheater.

Bis auf den allerletzten Stuhl war der Saal besetzt. Na gut, könnte man da einwenden, das Stadttheater zu füllen ist an sich noch keine besondere Leistung, bei den 3-einhalb Plätzen. Es hat sich aber echt gelohnt, dass ich wider Erwarten eine der begehrten und nicht ganz billigen Karten ergattert habe. Denn die “Männer für eine Nacht” waren niemand geringeres als die österreichischen Erfolgskabarettisten Robert Palfrader und Florian Scheuba, die gestern ordentlich für Lachtränen und Bauchschmerzen gesorgt haben.

Palfrader (Halbladiner mit Vater aus St. Vigil in Enneberg) ist durch die Comedy-Serie “Echt fett” bekannt, vor allem aber als Kaiser Robert Heinrich I. von Österreich. Dagegen dürfte Scheuba (u.a. “Die Hektiker” und “Die 4 da”) hierzulande nicht jedem ein Begriff sein. Was sich unter anderem darin gezeigt hat, dass der gute Mann im Veranstaltungskalender der ff als Schäuble angekündigt wurde – leider kein Lachmuskeltrainer aus dem Nachbarland, sondern deutscher CDU-Politiker.

Mit ihren Standardpointen aus dem Programm “Männer fürs Grobe” haben die beiden im Stadttheater auf jeden Fall gepunktet, besonders aber durch die lobenswert intensive Vorbereitung auf Ihren Südtirol-Besuch. Unser Landeshauptmann Durnwalder wurde ebenso durch den Kakao gezogen wie Ihr Bundespräsident Fischer und natürlich Silvio. Der Brunecker Gemeinderat, der – da Freiheitlichen-frei – unter Naturschutz zu stellen sei, fand ebenso Erwähnung wie Armin Assinger, Hansi Hinterseer und das Restaurant Schöneck in Pfalzen. Oder Eva Klotz, die laut Palfrader und Scheuba im Vergleich zu Barbara Rosenkranz (FPÖ-Kandidatin bei der Bundespräsidentenwahl 2010), liberaler sei als Janis Joplin…

Flotte Sprüche und böse Witze über das “Heilige Land Tirol”, Österreich und die ganze Welt wechselten sich ebenso ab wie Spielszenen und Texte, aktuelle Stellungnahmen und spontane Improvisationen. Mitunter ging es dermaßen Schlag auf Schlag, dass einen – kaum über die eine Pointe gelacht – schon der nächsten Hammer vom Sessel holte. Pointen und Witze waren zum Teil wahnsinnig gut, zum Teil wahnsinnig grob, bisweilen hart an der Grenze, aber nie ganz darüber. Auch das Publikum blieb von den Gemeinheiten der schonungslosen Kabarettisten nicht verschont. Gestern Nacht ernteten die “Männer für eine Nacht” trotz allem tosenden Applaus.

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