An meinem ersten Arbeitstag nach einer Woche Urlaub in Südtirol, also zu Hause, habe ich eine Menge Lesefutter auf Lager. Allein die Zugfahrt nach Mailand war ein Erlebnis, aber diese Geschichte hat Priorität, der Titel dafür: Sabine, allein im Braunzuchtviehverbandbüro
A luschtigs Bauernschmankerl
Mittwoch ist Versteigerungstag und rot im Kalender eines jeden Bauern markiert. An diesem Tag stehen die Bauern ein wenig früher auf, erledigen die Arbeit im Stall und fahren mit dem Traktor oder Jeep nach St. Lorenzen. Wenn man eine Kuh zu versteigern hat, muss man diese bereits einen Tag früher in die Markthalle bringen, damit man die Rinder nicht manipulieren kann (Wasser zum trinken damit Sie fetter aussieht usw.). Wie gesagt, Mittwoch ist ein wichtiger Tag. Letze Woche auch für mich!
In der Halle treffe ich dann verschiedene Leute, den Herrn Malfertheiner mit seinen landwirtschaftlichen Maschinen, Händler mit Kälberstricke und Kuhglocken, Metzger. Wenn man Hunger hat, gibt es am Eingang leckere Frankfurter Würste
und gebratene Hähnchen bis ca. 13:00 Uhr (Gourmettipp).
Ich war am Mittwoch also dort, da es jetzt endlich Zeit wurde meine 2 Schafe zu merken (registrieren). Also fuhr ich nach St. Lorenzen um mich dort persönlich mit dem Schafmerker zu treffen, denn die Registrierung eilt, meine kleine Herde wird heuer in die Alm getrieben. Auf dem Parkplatz angekommen, bangte ich schon um mein Auto, denn es hat die Größe eines Traktorrads. Nun gut, ich parkte es gut sichtbar, überquerte die Straße drängte mich zwischen den grünen Beikircher Futterland Anoraks und grauen Sarner Männern vorbei und gelangte in das Braunzuchtviehverbandbüro, dort herrschte auf einem Mal Stille, alle drehten sich um, dann kamen die blöden Sprüche. Vorab möchte ich noch sagen, dass sich dort selten eine Frau alleine verirrt. Ich ignorierte die Sprüche, stelle mich taub und reihe mich ganz hinten an.
Zufällig sah ich einen Freund von mir, der mir gleich den Schafmerker holte. Ein robuster großer Mann, er baute sich vor mir auf, schmunzelte und fragte lautstark in den gut gefüllten Raum: „Wer bischn du? Wos brauchschn du? Wo wohnschn du?“ Das nenne ich Datenschutz! Das ganze Büro hörte mit, der Mann machte noch ein paar „lustige“ Bemerkungen über mein Anliegen… und musterte mich von oben bis unten, ging dabei sogar einen Schritt nach hinten, um besser zu sehen. Die anderen im Büro waren auch nicht besser und schmunzelten hörbar als ich mein Anliegen vorbrachte: „Schofe hon i zi merkn.“ Die Anwesenden lachten blöd und ich Exot in dieser reinen Männerdomäne kam mir noch blöder vor. Antwort vom Schafmerker hab ich keine erhalten. Nur besserwisserisches Grinsen kam von seiner Seite. Dann reichte es mir, die schauten alle aus, als wollten sie mich gleich markieren. Da hab ich weit ausgeholt und bin gleich in die Verteidigungshaltung gegangen. „Mi hot da Tatta schun vor 30 johr in da Gemeinde gimeldit!“ Endlich bekam ich eine “gscheite” Antwort.
Tags: Dolomiten



Am 14. Mai 2008 um 13:44 Uhr
Ah, de Pampalen…
Außerdem muss eine Bäuerin an so einem Tag zuhause sein und sich ums restliche Vieh kümmern!!