31. Mai = rauchfrei. Denkste. Wie an jedem anderen Tag sieht man an jeder Ecke einen qualmen: vor dem Cafe, an der Bushaltestelle, im Auto, überall… Warum auch die Glimmstängel zu Hause lassen oder gar für immer in den Mistkübel schmeißen, nur weil irgendein Gesundheitsguru mal auf die Idee gekommen ist, den heutigen Tag zum Weltnichtrauchertag zu erklären. Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist es, heute besonders “auf die Gefahren des Rauchens aufmerksam zu machen und für ein rauchfreies Miteinander zu werben.”
Hand aufs Herz. Welchen Raucher interessiert das? Hört das überhaupt noch einer? Wenn nicht einmal die Aufdrucke auf den Zigarettenschachteln und die grauslichen Fotos von schwarzen Lungen und Raucherbeinen etwas nützen. Zeigt mir mal einen Kippen-Liebhaber, der nicht weiß, dass die qualmenden Dinger ungesund sind, dass jeder zweite Raucher an den Langzeitfolgen seiner Sucht stirbt oder dass man vom jährlichen Zigarettengeld mehr als eine Luxus-Weltreise machen könnte. Das ist nichts Neues. Weder für Raucher, noch für Noch-Nicht-Raucher.
Laut unserem Landesstatistik-Institut raucht rund ein Fünftel der Südtiroler Bevölkerung. Dabei macht es wohl wenig Sinn, die Gemeinschaft der Qualmer für einen Tag an den Pranger zu stellen, ganz viel über ihr Laster zu lästern, über Prävention zu reden und wie man nur die arme Jugend davor bewahren könnte. Die x-te Anti-Raucher-Infobroschüre wird herausgegeben, Diskussionsrunden und Vorträge werden veranstaltet und und und. Wahrscheinlich würde es aber auch umgekehrt nicht viel ändern. Auf einen überzeugten Raucher kannst du nämlich auch 364 Tage lang einreden, er wird sich die Kippen mit demselben Grinsen und dem gleichen Genuss anstecken wie sonst auch.
Deswegen tu ich das auch nicht. Denn bei vielen legt sich irgendwie irgendwann irgendwo ein Schalterlein um und man entwickelt den Ehrgeiz und den Willen, dem eigenen Rauch den Kampf anzusagen. Und nur dann klappt es auch – und zwar auch ohne die ganzen Hilfsmittelchen, die einen glauben lassen, weniger bis gar nicht mehr gegen den inneren Schweinehund ankämpfen zu müssen, der nach Nikotin, Teer und morgendliche Hustenanfällen giert. Von Hypnose- und Magnettherapie über Akkupunktur, Selbsthilfegruppen und Seminare bis hin zu schrecklich schmeckenden Kaugummis und wie der Rauchteufel was noch alles.
Ich weiß wovon ich rede. Hab selber lang genug in der Nikotinfalle gesessen. Seit nicht ganz einem Jahr bin ich nun standhaft rauchfrei. Ohne Rückfall, ohne Diät und ohne Wehmut. Was aber mit Sicherheit stimmt: Ex-Raucher sind die schlimmsten Nicht-Raucher. Nicht wahr?!



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