Es stinkt zum Himmel in Bozen. Feinstaubwerte kratzen immer wieder an den Grenzwerten, die ganze Stadt steht unter einer Dunstwolke, gebaut wird wie verrückt, überall stiebt und staubt es und dann sind noch die bösen Raucher unterwegs, die der Gesundheit von Nichtrauchern so schaden.
In Bozen ist heute eine neue Verordnung in Kraft getreten, die Rauchen auf öffentlichen Plätzen, in Parks, in Sportanlagen und auf Spielplätzen verbietet, mit der Begründung, dass 17 % aller Todesfälle in Südtirol direkt auf das Rauchen zurückzuführen sind. Das ist viel zu viel.
Doch einfach das Rauchen verbieten, ist vielleicht zu einfach. Während das Rauchen vor einiger Zeit nahezu verteufelt worden ist, hat es heute mittlerweile wieder Kultstatus. Es ist in, vor der Kneipe zu stehen und zu rauchen, es ist kribbelig, als Schüler etwas Verbotenes zu tun und sich in der Pause vor den Lehrern zu verstecken, um eine zu qualmen. Wer raucht, traut sich was. Zumindest in gewissen Kreisen. Das alles verstärkt das Coolness-Gefühl, das Rauchverbot wirkt sich gegenteilig aus.
Ob die Verordnungen in Bozen Früchte tragen, wird sich herausstellen. Zu wünschen wäre es den Rauchern und Nichtrauchern ja: rauchfrei lebt es sich besser. Aber noch besser würde es sich leben, wenn es in den Städten weniger Verkehr und weniger Lärm gäbe, wenn die Leute freundlicher zueinander wären und sich nicht von jedem und allem stressen lassen würden. Da wären die meisten Menschen auch garantiert gesünder. Ließe sich da nicht auch was verordnen, Herr Spagnolli?
Tags: Südtirols Süden



Am 19. März 2008 um 09:51 Uhr
wie schön war die Zeit als man noch in den Linienbussen und Zügen rauchen durfte
Sogar Aschenbechern wurde da einem zu Verfügung gestellt
Am 19. März 2008 um 11:40 Uhr
Ja und nach einer Zugfahrt von Bruneck nach Franzensfeste war man “gselcht”. Pfui! Schön ist was anderes!
Am 19. März 2008 um 13:44 Uhr
Die Verordnung zum Rauchverbot in Bozen schlägt hohe Wellen. Habe eben auf sunshine online gelesen, wie sich Walter Meister vom HGV über das Rauchverbot entrüstet.
Das Rauchverbot könne man nicht einfach so durchsetzen und kontrollieren: er sieht die Raucher beim Christkindlmarkt und Speckfest gefährdet und Ortsobmann Stefan Mayr sagt deutlich: “Unsere Gäste müssen wohl bald glauben, dass sie sich nicht in Südtirol sondern im total prohibitionistischen Kalifornien befinden!”
Am 19. März 2008 um 14:02 Uhr
[...] Verordnung sind ja nicht wirklich durch wissenschaftliche Studien zu untermauern. Wie schon auf Südtirol.ch zu lesen ist kann das auch gegenteilige Wirkungen [...]
Am 20. März 2008 um 11:19 Uhr
Das Rauchen im Freien in Bozen kam nicht nur unerwartet für die Bürger, sondern auch für die Stadtpolizei. Vorerst soll es eine Schonfrist und eine Informationskampagne geben. Ja selbst die Stadtpolizei weiß wenig darüber und muss erst aufgeklärt werden
http://www.stol.it/nachrichten/artikel.asp?ArtID=111786&p=1&KatID=da&SID=20620656973078217217
Am 25. März 2008 um 16:29 Uhr
[...] Wurscht, ich bin keine Pädagogin, ich kenn mich in Sachen Gruppendynamik und Jugendkultur nicht aus. Aber Verboten stehe ich einfach skeptisch gegenüber, ob es jetzt ums Trinken geht oder um Rauchverbote in Bozen. [...]
Am 26. März 2008 um 12:18 Uhr
Respekt, ihr habts in die heutige “Dolomiten” geschafft!
Am 26. März 2008 um 16:21 Uhr
wow – gerade gelesen. Bravo Mädels
@Dolomiten. das nächste Mal bitte mit Domain. bitte bitte bitte!
PS: die Autorin des Artikels war früher bei der Tageszeitung
Am 27. März 2008 um 09:13 Uhr
Cooooooooooool. jetzt sind wir sozusagen “geadelt” worden. Aber der Unterschied zwischen Kommentar, Post und Kategorien scheint dem Redakteur zö nicht ganz klar gewesen zu sein. Egal, wenigsten stimmt bei der Quellenangabe Gipfelgeflüster, ein Blog aus Südtirol.
Am 27. März 2008 um 16:37 Uhr
[...] das Rauchverbot auf öffentlichen Plätzen in Bozen hohe Wellen schlagen würde, hat man sich denken können. Dass aber so viel Sand [...]
Am 28. April 2008 um 15:44 Uhr
[...] in den Bergen und was im Tal passiert, hat ja irgendwie auch mit dem Gipfeln zu tun. Der Post zum Rauchverbot in Bozen „gipfelte“ etwa in einem zweispaltigen “Dolomiten-Zitat”. Und wir sind ja – wie [...]