Schneeschuhwandern: die ersten Versuche mit Geh-Hilfen

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SchneeschuhwandernGanz ehrlich, ich habe nicht gedacht, dass Schneeschuhwandern Spaß macht. Ich hab immer gemeint, das ist eine Marketingidee der Tourismustreibenden das Wintersportangebot etwas aufzupeppen. Erst kürzlich wagte ich meine ersten tapsigen Versuche auf Schneeschuhen und ich muss zugeben: ich war begeistert!

Es war Sonntag, der Himmel war schon fast kitschig blau, rundherum jede Menge Schnee. Normalerweise ginge es ja ruck zuck auf den Kronplatz, doch der hatte noch zu. Also kurz überlegt, von wandernden Freunden Schneeschuhe geborgt und Richtung Tesselberg aufgebrochen. Das Tagesziel: zuerst auf die Geige, dann zum Chor und zum Schluss über den Schönbichl zurück nach Tesselberg.

Steil durch den Wald ging es zunächst ohne Schneeschuhe. Ich ließ mir von meinem wesentlich Schneeschuh-versierteren Bergkameraden sagen, dass es in steilen Passagen ohne Schneeschuhe viel besser ginge. „Do tuisch di uhne leichter“, hieß es. Gut. Nach einer knappen Stunde Fußmarsch waren wir beim ersten Gipfelkreuz auf der Geige angelangt und endlich konnte ich meine Schneeschuhe anziehen. Die ersten Gehversuche waren, nun ja, etwas ungeschickt. Ich trat mir ständig selber auf die breiten Gehhilfen und kam entsprechend langsam voran. Winterwandern - SchneeschuheAber schon nach 10 Minuten hatte ich den Dreh raus und ich marschierte freudig drauflos.

Die Dinger sind einfach klasse! Im Tiefschnee sinkt man nicht hüfthoch ein, Bruchharsch überwindet man ohne einzubrechen und mit Schneeschuhen und Gamaschen sieht man aus wie aus den 70ern!

Beim zweiten Gipfelkreuz am Chor machten wir ausgiebig Pause. Danach mussten die Schneeschuhe wieder auf den Rucksack geschnallt werden (schade), denn beim Übergang zum Schönbichl muss man etwas steilere Passagen queren und teilweise im Fels gehen (soviel Schnee war leider auch nicht da). Vom Schönbichl genossen wir einen sagenhaften Rundumblick auf die Rieserferner, Zillertaler und Dolomiten.

Beim Abstieg konnten wir endlich wieder die Schneeschuhe anziehen. Der Schnee war richtig tief (Schneeverwehungen sei Dank) und schließlich schlossen wir Wetten ab, wer sich traut Purzelbäume im Schnee zu schlagen. Getraut haben wir uns beide, leider waren wir klatschnass danach. Nach etwas mehr als vier Stunden waren wir zurück in Tesselberg und beim Lahner gab’s den wohlverdienten Radler.

Also, um mich ist’s geschehen: ich bin Schneeschuhfan geworden!

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