Sommerloch

Der Senf von Steffi Alltagsgschichtn Kommentar hinzufügen

Das ist schon ein seltsames Phänomen, dieses Sommerloch, von dem jetzt alle reden. Beziehungsweise nicht reden, weil es ja eigentlich nichts zu sagen gibt. Möchte man meinen. Manchmal würd ich mich am liebsten selbst in ein dunkles Loch zurückziehen.

Warum? Zum einen weil ich selbst an der Sommerloch-Krankheit zu leiden scheine, da mir seit Tagen kein sinnvolles Thema für den Blog einfallen will. Und zum anderen, weil ich dann den vielen Unsinn nicht mitbekommen würde, den sich die armen Redakteure für Zeitung, Internet und TV aus den Fingern saugen. “Toter Dackel sollte Fernseher anmelden”, “Bei Sonnenbrand die Haut sofort kühlen” oder “Völlig entnervter Steward verließ US-Flugzeug über Notrutsche”. Solche Meldungen meine ich. War letztes Jahr der Frosch das Highlight der heißen Jahreszeit, sind es heuer die AVS-Schilder…

Braucht die Welt solche Diskussionen? Gibt es im Sommer echt nichts anderes zu besprechen? Und wenn nicht, könnten wir die gesprächsstoffarme Zeit nicht einfach zur kreativen Pause nützen? Doch viele Menschen (wohl inklusive mir) scheinen Stille einfach nicht mehr auszuhalten und so wird das Sommerloch selbst zum Gesprächsthema und es bringt weitere Themen hervor, die es sonst das ganze Jahr über nicht gibt.

Ich habe allerdings den Verdacht, dass das Sommerloch nicht nur Sachen ausspuckt, sondern auch so manches in seinen Tiefen verschwinden lässt. Die Steinpilze zum Beispiel, von denen dieses Jahr absolut keine Spur ist. Auch gute Manieren, Hausverstand und Freundlichkeit sind mitunter wie vom Erdboden verschluckt, wenn man sich im Moment auf die Straßen im Pustertal wagt.

Zu guter Letzt scheint das Loch nun auch den Sommer selbst verschluckt zu haben und noch ist nicht klar, ob er heuer noch einmal herausklettert oder doch sang- und klanglos dem Herbst Platz macht. Auf Sommerloch folgt Herbstdepression. Juhu!

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2 Reaktionen zu “Sommerloch”

  1. Bine

    … dann die Magen-Darm-Grippe im Winter und zu gut erletzt die Frühjahrsmüdigkeit.

  2. Steffi

    Ja ja, so hat doch jede Jahreszeit seine Besonderheiten. Ich bin aber für Törggelen gegen Herbstdepression, warme Stuben gegen Winter-Grippe, Frühlingsgefühle gegen Frühjahrsmüdigkeit… Nur im Sommer fällt mir nichts ein – wie gesagt: Sommerloch-Krankheit!

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