Sprachlicher Jahresrückblick

Der Senf von Steffi A Hetz muss sein Kommentar hinzufügen

Alle Jahre wieder. Das gilt nicht nur für das Christkind, sondern auch für die Suche nach dem Wort und dem Unwort des Jahres, die mittlerweile schon fast genauso zum Dezember gehört wie Keks-Backen und Geschenke-Finden. Passiert ist in den letzten 349 Tagen zweifelsohne genug, um auch heuer wieder ernste und lustige, mehr oder weniger passende Vorschläge zu finden. Und die 16 mickrigen 2011er-Tage, die uns noch bleiben, werden am großen Ganzen dieses Jahres wohl kaum mehr etwas ändern.

Was die Kür der Jahres-Wörter und Unwörter betrifft, sind uns unsere Nachbarn wie immer einen Schritt voraus. In Österreich ist EURO-RETTUNGSSCHIRM zum Wort des Jahres erklärt worden, was wohl keiner weiteren Ausführungen bedarf. Das Rennen zum Unwort hat TÖCHTERSÖHNE gemacht. Das geht auf die gut gemeinte, doch schlecht getroffene Erweiterung der Bundeshymne zurück. Das Facebook-verliebte LIKEN ist das österreichische Jugendwort 2011.

In der Schweiz hat man sich mit EURO-RABATT für ein Wort aus demselben Themenbereich entschieden, während das Unwort TECHNOLOGIEVERBOT in Zusammenhang mit dem Atomausstieg nach Fukushima steht.

Für Aufmerksamkeit sorgen stets auch die Jugendwörter, die alljährlich von Langenscheidt gekürt werden. Platz 1 belegte dort SWAG, eine neue Bezeichnung für eine “beneidenswerte, lässig-coole Ausstrahlung”, gefolgt von EPIC FAIL im Sinn von grober Fehler und GUTTENBERGEN, was natürlich so viel wie abschreiben bedeutet und zweifellos auf den prominentesten Abschreiber des Jahres verweist.

In Südtirol ist die Suche nach dem Wort und Unwort des Jahres noch in vollem Gange. Wer seine Vorschläge noch einbringen, kann dies noch bis 31. Dezember auf www.wopapa.it in allen drei Landessprachen tun.

Ein paar Favoriten hätte ich heuer schon, nur gelten die meisten wohl nur für mich und ein paar Eingeweihte. Unliebstes Unwort war mir in diesem Jahr auf jeden Fall die LISTE. Ein einfaches und kurzes, doch beschönigendes, verharmlosendes und verschleierndes Wort, das Seinesgleichen sucht. Daneben ist mir auch UNTERKUNFTSBESCHREIBUNGSTEXT derart zuwider, dass es mir langsam aber sicher bei den Ohren wieder herauskommt.

Als etwas allgemeineres Wort des Jahres fällt mir spontan der GEMEINSAMGENIESSERHERBST ein, der heuer einfach super war und jedem Altweibersommer die Show gestohlen hat. Das SPARPAKET können die lieben Damen und Herren in Rom dagegen gerne per Eilkurier sonst wohin schicken, am besten in eine Fabrik für SOZIALE UNGERECHTIGKEIT.

Ob man nun ein CHUCK NORRIS (Meister in allem) ist oder eher das GOOFY-GEN hat (ein Tollpatsch ist), ob man MACGYVERN (improvisieren) oder ausgiebig CHILLAXEN (chillen, relaxen) muss, damit etwas herauskommt oder einfach NATURSCHLAU (intelligent) ist, so eine Suche nach den Wörtern und Unwörtern des Jahres macht doch immer wieder Spaß.

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3 Reaktionen zu “Sprachlicher Jahresrückblick”

  1. Bine

    Körperklaus und Rubbeldiekatz sind meine zwei Lieblingsjugendwörter des Jahres, obwohl ich sie erst mit dem neuen Jugendsprache Langenscheidt entdeckt habe. Mein Unwort ist “domanda” :) da stellt es mir jedes mal die Hummeltitten auf :)

  2. Kathi

    Da kann ich nur sagen I definitely LIKE! :-D
    Mir wurde dieses Jahr auf meinen verbalen Kreuzzug auch richitig mischugge, denn meine Top-Five küren: Mei Heschz und dei Heschz isch olls oan Tolge, Karotten-Rambo, Rubbeldiekatz, die schönsten Pausen sind lila, tour de force mit Prosecco auf Eis ;-)

  3. Steffi

    Nachtrag zum Südtiroler Wort und Unwort 2011: Das Rennen gemacht haben VERTRAUENSKRISE und TREUHANDGESELLSCHAFT – INDIGNATO und INDENNITÀ – URSUS LADINICUS und FONDO BRANCHER

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