In den Weihnachtsferien bin ich von der Stadt aufs Land gezogen und wie es zumindest in meiner Familie so ist, hat man nie seine Ruhe, bis man sich nicht so eingerichtet hat, wie es die verehrte Familie eben möchte.
So hab ich das Hochzeitsgeschirr meiner Oma geerbt, diverse Schüsselchen und Schälchen ebenfalls von meiner Oma (die übrigens und Gott sei Dank noch lebt, auch wenn ich hier von “erben” spreche) und die Gute besorgte mir auch gleich Kuchengäbelchen und Mokkalöffelchen, weil ohne die geht’s gar nicht. Ein Dorn im Auge war meiner Mutter meiner Oma mein Vorhang in der Küche, der schon seit einer Ewigkeit in der Küche hängt und nach einer großmütterlichen Waschaktion rund 20 cm eingegangen ist. Schaut logisch mies aus. Und deshalb hat sich die Verwandtschaft entschlossen, die Vorhänge “auizitrenn, noi zommzinahn und außazibeggl“.
Zu dieser Aktion samt Nähmaschine und Co. sind Mama und Oma logisch genau dann gekommen als es mir am wenigsten passte. Am Dienstag nämlich als ich mit 38° Fieber auf meiner Couch litt. Die Mama machte es der Oma nicht recht und umgekehrt, das Geschnatter und Gezeter wirkte wirklich nicht gerade fiebersenkend. Aber gut. Heute, habe ich einen Vorhang in richtiger Länge, meine Oma klärte mich auf wo der Putzkübel sein und nicht sein soll, wie der Glasschrank im Wohnzimmer richtig ausstaffiert gehört und warum eine von ihr geschenkte orange Denke trotz Farbstich zur fliederfarbenen Couch passt.
Unglaublich! Einen Haushalt führen wie es sich gehört, ist anscheinend schwieriger als ich gedacht habe. Und ich wohn seit 8 Jahren nicht mehr zu Hause. Trotzdem: Ich lebe noch!



Am 25. Januar 2009 um 21:48 Uhr
I loch mi schiaf!!! `Tschuldige…!
Lg
Jo, es isch olls nit so oanfoch… nächstes Mol kimmsch zu mir, wenn a Schneiderin brauchsch!
Am 26. Januar 2009 um 08:49 Uhr
Schiaf isch guit! A bissl schiaf isch a die Noht va die Vorhänge worden. Wenigstns hon i itz nimma “Hochwossovorhänge”!