War’s das wert?

Der Senf von Steffi Für zache Hund Kommentar hinzufügen

Ried. Dieser Name braucht nur zu fallen, schon erhitzen sich die Gemüter. Von der Planungsphase bis heute stehen sich hier Umweltschützer/Waldfreunde/Fortschrittsgegner und Touristiker/Perchas Gastwirte/verkaufsfreudige Grundbesitzer gegenüber. Seit die neue Skipiste am Kronplatz mit dem Beginn dieser Wintersaison eröffnet wurde, hat sich aber noch eine neue Front aufgetan: zwischen “gefällt mir” und “ist das euer Ernst?

Was war das schon damals für eine Aufregung. Die einen stemmten sich mit Händen und Füßen dagegen, den unberührten Hang auf der Percha-zugewandten Seite des Kronplatz anzufassen. Die anderen beharrten darauf, dass so ein Vorzeigeskigebiet wie unseres nicht stehen bleiben darf und die neue Abfahrt unbedingt braucht.

Unzählige Proteste, zig Unterschriftenaktionen, eine Volksbefragung und zähe Verhandlungen später rückten die Monster-Holzfällmaschinen letztendlich doch an. Und als auch der langersehnte Schnee fiel, konnte das Projekt Ried samt neuer Hightech-Kabinenbahn mit beheizten Ledersitzen und Direktanschluss an den Zug seiner Bestimmung übergeben werden.

Auch bei mir hat die Neugier schließlich gesiegt und so hab ich die “Piste des Anstoßes” letztens selber mal getestet. Dazu sei gesagt: Nach langjährigem Snowboardfahren und anschließender Kronplatz-Abstinenz gehöre ich eher zu den mittelprächtigen Skifahrern. Ich komm zwar überall runter, welch amüsante Figur ich dabei mache, will ich aber gar nicht wissen.

So weit so gut. Jedenfalls bin ich Richtung Percha hinuntergefahren. Allerdings erst beim zweiten Mal, als ich auf der Alpen-Piste an der Abzweigung vorbeikam. Denn wenn man nicht genau weiß, wo es los geht und wo man den Schwung mitnehmen muss, braucht man das erste Flachstück gar nicht in Angriff zu nehmen. Schließlich will ich ja Ski-Fahren und nicht Ski-Schieben.

Umgehauen hat mich (und meine zwei Begleiter) die Abfahrt dann aber wahrlich nicht – weder im wörtlichen noch im übertragenen Sinn. Endlos flache Abschnitte, dazwischen etwas flottere Stücke, die gemeinsam mit der Länge von 7 km das rote Schildchen rechtfertigen. Das war’s. Vielleicht lag es an meiner Tagesverfassung oder daran, dass die Piste nicht gerade gut präpariert war. Oder daran, dass man sie öfter fahren muss. Snowboardern und eher wacklig kurvenden Pistenfreunden, die sich das Schwungholen noch nicht so recht trauen, geb ich aber keine Chance, da fließend und zügig nach unten zu kommen.

Da frag ich mich: War das den ganzen Aufwand, die Streitereien und den Eingriff in die Natur echt wert? Spricht das für das Aufgebot an Schneekanonen, die an der durchwegs exponierten Piste sicher mehr als genug zum Einsatz kommen werden? Da werden wir wohl noch eine Weile weiterdiskutieren…

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