” So kocht Südtirol” – das Kochbuch der “Götter in Weiß”Bachmann, Wieser und Gasteiger gehört in Südtirols Küchen wie das Kreuz in den Herrgottswinkel. Nur, dass dem Kreuz wahrscheinlich mehr Beachtung geschenkt wird als dem Buch.
Als das Buch im Jahr 2000 (!) zum ersten Mal erschienen ist, fand es sofort reißenden Absatz. Jede noch so gute Hausfrau legte sich das Buch zu oder bekam es geschenkt, Studenten und Hobbyköche wünschten es sich zu Weihnachten und der frischgebackene Hausmann fühlte sich dadurch vor eventuellen Was-soll-ich-kochen-Fragen gefeit.
Kaum stand das Buch im Kochbuchregal, wussten Mütter nicht mehr wie man Gnocchi kocht. Statt sie wie immer zu kaufen, wurden sie mit fest-oder weich- oder was-weiß-ich-wie-kochendenden Kartoffeln selbst gestampft und weil Südtirol SO kocht, haben sie sich auf die Mengenangaben im Kochbestseller verlassen. Fazit: die Miniportionen sättigten uns kaum und schmecken taten die Gnocchi auch anders als normal. Auch Schlutzer und Co. wurden auf einmal unter unmöglichem Aufwand selber gekocht, anstatt sie so wie früher einfach tiefgefroren ins heiße Wasser zu schmeißen. Die Mütter gerieten in Kochstress, Hobbyköche verzweifelten über zusammengefallene Knödel und Studenten sehnten sich angesichts des zweifelhaften Ragùs nach dem Sugo von zu Hause.
Es hat einige Zeit gedauert, bis der “So kocht Südtirol”-Hype in Südtirol abgeklungen ist. Man hat aufgegeben zu kochen wie die Kochbuchschreiber, kauft Schlutzer und Gnocchi wieder im Supermarkt, wählt den Tagessugo aus dem Barilla-Regal und ist die besten Knödel der Welt nur noch daheim bei Oma oder Mama. Man ist einfach draufgekommen, dass Südtirol nicht so (aufwendig) kocht.
Das Kreuz in der Stube wird jede Woche fleißig abgestaubt, “So kocht Südtirol” nicht: es befindet sich ganz hinten im Kochbuchregal. Nichtsdestotrotz ein Superbuch für Koch- und Südtirolfans. Und übrigens: das neueste Werk des Kochtrios nennt sich “So backt Südtirol“. Mahlzeit!!
Für Hobbyköche haben auch wir einige Rezepte gesammelt:
PS: Gerade hat mir Margit, unsere Sekretärin, gesagt, dass man auch nach dem Hype sehr wohl noch oft „So kocht Südtirol“ konsultiert. Ist das bei Euch auch so?
Tags: Genuss



Am 29. November 2007 um 10:25 Uhr
Auch wir zu Hause verwenden das Kochbuch “So kocht Südtirol” nicht mehr so häufig. Aber desto trotz wird dieses Kochbuch (und nur dieses) aus dem Regal gezogen wenn wir nicht mehr wissen wie viel Speck in die Knödel gehört.
Am 29. November 2007 um 10:30 Uhr
Man darf ihr Buch “So kocht Italien” ja auch nicht vergessen. Da war auch so manches Rezept auf südtirolerisch interpretiert. Naja und die Mengenangaben sind wirklich oft daneben.
Früher (in den 80ern) warb GU (Gräfer&Unzer) damit, daß jedes Rezept 2x getestet wurde und sie garantierten die Richtigkeit der Mengenangaben. Diese Qualitätskontrolle wäre wohl auch heute wieder angebracht.
Am 29. November 2007 um 13:52 Uhr
Stimmt, Qualitätskontrollen wären oft wirklich nicht blöd. Doch an der Qualität von “So kocht Südtirol” etc. glaub ich muss man nicht zweifeln. Man darf nur nicht zu hungrig sein…
Am 30. November 2007 um 13:52 Uhr
Ähm sorry, aber auf welche Rezepte basieren eure Erfahrungen mit falschen Mengenangaben ? Gnocchi und Schlutzer haben wir nie selber gemacht aus dem Kochbuch, das muss wirklich nicht sein, aber es gibt doch sehr viele Rezepte die vorzüglich sind, z.b. auch die Spitzbuben aus der Backabteilung oder auch den Pizzateig mach ich genau nach den Angaben im Buch.
Was natürlich zu bedenken ist: Die Mengenangaben bei den Vorspeisen beziehen sich auf das Gericht als Vorspeise. Wenn man deren Vorspeisenmenge jetzt als einziges Hauptgericht zubereitet wirds natürlich ein wenig gering ausfallen.
Am 23. Oktober 2009 um 17:31 Uhr
Hallo,also ih habe mir das Buch vor kurzem gekauft und bin sehr zufrieden.Ich habe allerdings auch eine überarbeitet Auflage.