Züge in Südtirol: sie sind und bleiben ein Kreuz!
Der Senf von admin Alltagsgschichtn Kommentar hinzufügenWer pendeln muss, tut mir leid. Ich tu mir ja selber leid, war doch auch ich eine von jenen, die jeden Tag kurz nach 6 Uhr Früh auf dem Brunecker Zugbahnhof gestanden sind, um nach Bozen zu kommen. Denn damals war für mich klar: wer in Bozen arbeitet, der bringt es zu was.
Blödsinn. Darauf bin ich aber erst 2 Jahre später gekommen. Denn anstatt es zu was zu bringen, ist man zu müde zu arbeiten (ich werde schon empfindlich sein gegen Zugfahren in der Früh), als Pustererin, die in Österreich studiert hat, kann man in Bozen kaum das Mittagessen auf italienisch bestellen und gegen nicht-müde Unterlandler hat man dann einfach keine Chance. Bruneck ist besser, keine Frage: man kommt ausgeruht zur Arbeit und hat noch Freizeit zum Ausgleich!
Und müde macht nicht etwa die große Stadt, nein, das Zugfahren hat zumindest mich fertig gemacht. Wagone waren im Winter nicht geheizt, im Sommer traf einen am Abend fast der Hitzeschlag, der Zug von Bozen Süd nach Bozen kam in regelmäßiger Verspätung, sodass man eine Ewigkeit auf den nächsten Zug warten musste und zu guter Letzt war der Zug aus unerfindlichen Gründen oft mitten in der Strecke stehen geblieben, dass der Anschlusszug ins Pustertal lange schon weg war, als ich abgekämpft in Franzensfeste angekommen bin. Hat sich was gebessert in den letzten zwei Jahren?
Was haben den Pendlern Mobilitätskonzepte, Südtirol Takt etc. gebracht? Anscheinend nix: Thomas Widmann sagt selbst “Zugverspätungen sind nicht mehr tragbar” auf stol.it.
Guten Morgen! – Zugverspätungen sind nie tragbar, denn schließlich haben Pendler neben dem Zugfahren auch noch ein Privatleben. Und jetzt wird die Schuld wieder bei anderen gesucht: bei einem Treffen mit RFI und Trenitalia werde er der Sache auf den Grund gehen. Wie oft schon der Sache auf den Grund gegangen wurde und wie viel passiert ist, wissen wir alle, sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe schieben bringt nichts und macht Mobilitätskonzepte (ich mag das Wort nicht) lächerlich.
Das Beste wäre: alle mit dem Auto nach Bozen, bis die Landeshauptstadt platzt oder alle Pendler einen Tag nicht zur Arbeit kommen: schauen ob’s auffällt!
Tags: Dolomiten, Eisacktal, Familien, Meran und Umgebung, Südtirols Süden, Tauferer Ahrntal, Vinschgau



Am 22. Januar 2008 um 15:36 Uhr
aber billig ist es……
Am 22. Januar 2008 um 15:40 Uhr
Billig stimmt. Aber billig darf nicht Verspätung, Schmutz, Kälte, Hitze und Ärger heißen!!
Am 25. Januar 2008 um 14:47 Uhr
Hab jetzt auf Focus-Online gelesen, dass die Deutsche Bahn bei einem Pünktlichkeits-Test der Stiftung Warentest schlecht abgeschnitten hat. Was wäre wenn sie die Trenitalia-Züge testen würde? Peinlich wär’s. Genauso peinlich wie die Müllkrise in Neapel und feiernde und spuckende Onorevoli im Senat. Manchmal frag ich mich schon…
PS: Link zum Focus Artikel: http://www.focus.de/reisen/urlaubstipps/bahn/deutsche-bahn_aid_234783.html
Am 7. Februar 2008 um 18:19 Uhr
Link zum Thema: http://www.brennerbasisdemokratie.eu/?p=1079
Am 11. Februar 2008 um 14:54 Uhr
@pé
Danke für den Link. Schon richtig, wenn Du LR Widmann Bescheidenheit empfiehlst. Die hat er nötig…
Am 20. Mai 2008 um 09:51 Uhr
[...] einer Woche bin ich wiedermal mit dem Zug nach Mailand gefahren, das Gefühl meiner letzten Interrail-Reise nach Schottland hat mich [...]